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Willkommen in Graubünden: Epische Anstiege und perfekter Asphalt.

Der Rhein ist eine der wichtigsten Wasserstraßen in Europa. Seine beiden Quellen sind durch perfekten Asphalt verbunden. In drei Tagen entdecken wir auf ruhigen Straßen monumentale Alpenpässe, kulinarische Highlights und atemberaubende Landschaften.

In der Geschichte des Straßenrennsports fanden die Kämpfe um das Leadertrikot immer in den Bergen statt. Coppi, Simpson, Pantani und Froome wurden an den Anstiegen zu Helden, viele Alpenpässe erlangten durch sie Kultstatus. Epische Anstiege finden sich auch in Graubünden an der Quelle des Rheins. Diese Routen sind noch echte Geheimtipps und warten darauf, entdeckt zu werden.

Unterwegs zu den Quellen des Rheins

Kurz nach dem Verlassen der Stadt Chur sehen wir zum ersten Mal den Rhein und folgen ihm flussaufwärts bis Reichenau. Hier vereinigen sich Vorder- und Hinterrhein zu einer Einheit. Von hier aus durchfließt der Rhein fünf Länder, bis er in Rotterdam in die Nordsee mündet.

Wir folgen dem Hinterrhein durch das Obstbau- und Festungsgebiet Domleschg nach Thusis, wo der Aufstieg zur Viamala-Schlucht beginnt. Gletscherverschiebungen und tobendes Wasser haben über Jahrmillionen ein beeindruckendes Naturwunder geschaffen. Die Schlucht ist dreihundert Meter tief, Viamala bedeutet übersetzt “schlechter Weg”. Dank findiger Ingenieure und Pioniergeist ist die Passage heute sicher.

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In Zillis, dem Dorf am südlichen Ende der Schlucht, stärken wir uns mit Capuns, der regionalen Spezialität. Das preisgekrönte Schweizer Mangoldbrötchen gibt uns Kraft für den nächsten Aufstieg. Hier hat der weltberühmte britische Fernsehkoch Jamie Oliver gelernt, wie man sie zubereitet.

Nachdem wir uns am Laghetto Moesola auf der Passhöhe vom Aufstieg erholt haben, genießen wir die rasante Abfahrt durch das italienischsprachige Gebiet Graubündens. Ein Abstieg von 1.800 Metern erwartet uns und damit eine Reise vom Hochgebirge hinunter in die mediterrane Region. Während des Abstiegs scheint es, als würden wir nicht nur verschiedene Vegetationsarten, sondern auch unterschiedliche Klimazonen durchfahren.

Den zweiten Pass hinauf: über den Lukmanierpass zurück nach Graubünden

Wir erreichen den tiefsten Punkt unserer Reise und gleichzeitig den Kanton Tessin in Bellinzona. Der Ticino führt uns nach Norden, bis wir in Biasca in das idyllische Bleniotal einbiegen. Bis zur Passhöhe des Lukmanierpasses müssen wir noch fast 1.700 Höhenmeter überwinden. Auch wenn der Lukmanierpass der einzige Alpenpass in Graubünden ist, der die 2.000-Meter-Marke nicht knackt, sind wir dennoch stolz, dass wir es geschafft haben. Geografisch befinden wir uns nun am anderen Ende des Kantons und damit im Quellgebiet des Vorderrheins.

Die Aussicht hier oben ist unglaublich und der 42 Kilometer lange Anstieg hat sich absolut gelohnt. Von nun an geht es praktisch nur noch bergab bis zum Klosterort Disentis. Die grüne Landschaft und die Weiden fliegen an uns vorbei und das Grinsen in unseren Gesichtern wird immer breiter. Westlich von Disentis sehen wir den Anstieg zum Oberalppass, wo die Quelle des Vorderen Rheins liegt. Unsere Route führt jedoch flussabwärts in Richtung Ilanz, der ersten Stadt am Rhein.

Ilanz ist das Tor zur Ruinaulta, der Rheinschlucht. Sie erinnert mit ihren steilen Kalksteinfelsen und erstaunlichen Formationen an den Grand Canyon. Die schmale Straße, die die Schlucht überragt, ist ein Genuss für Rennradfahrer. In Valendas halten wir am größten Holzbrunnen Europas und genießen einen hervorragenden Kaffee. Von der Aussichtsplattform am östlichen Ende der Schlucht werfen wir einen letzten Blick auf die majestätische Landschaft und lassen die unglaubliche Energie auf uns wirken. Chur, wo unsere Reise endet, ist nicht mehr weit. Die älteste Stadt der Schweiz und das kulturelle Zentrum des Kantons empfängt uns wieder mit offenen Armen.

Noch nicht genug? Fügen Sie so viel hinzu, wie Sie wollen

Unsere Tour zu den beiden Quellen des Rheins hatte es in sich: 270 Kilometer sind wir in drei Tagen geradelt. Die Region ist ein unentdeckter Radsport-Diamant mit mehr als genug Anstiegen, um sie fünf oder mehr Tage lang zu erkunden. Neben den bekannten Alpenpässen Oberalp und Splügen sind der Glaspass und das Avers-Tal oder die Hochebene von Obersaxen auf jeden Fall einen Besuch wert.

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Graubünden ist wirklich ein Geheimtipp mit vielen Wundern im Straßenbau. Es gibt aber auch Dörfer mit blumengeschmückten Holzhäusern, deren Straßen aus Kopfsteinpflaster bestehen. Entspannende Mineralbäder, Kirchen aus dem vierten Jahrhundert, Molkereien mit leckeren Spezialitäten von glücklichen Kühen, sowie Aufenthalte in einem Kloster und 500 Jahre alten Hütten. Diese Dinge und die unvergleichliche Landschaft verlangen nach einem gemächlichen Tempo, um das alles in sich aufzunehmen.

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