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Graz.Tokyo #2: Zwei Jungs – Zwölf Länder – Ein Plan und tausend Abenteuer

Mit dem Fahrrad von Graz nach Tokyo. Ein ambitionierter Plan. Vor allem für zwei Jungs, die zusammengerechnet keine 500 Radkilometer in den Büchern haben. Vielleicht eine wichtige Voraussetzung, um sich Hals über Kopf in den Traum von vollkommener Freiheit auf zwei Rädern zu stürzen. Das Radreise Abenteuer beginnt…

Mit dem Fahrrad von Graz nach Tokyo. Ein ambitionierter Plan. Vor allem für zwei Jungs, die zusammengerechnet keine 500 Radkilometer in den Büchern haben. Vielleicht eine wichtige Voraussetzung, um sich Hals über Kopf in den Traum von vollkommener Freiheit auf zwei Rädern zu stürzen. Bei Finanzen, Packgut und Freundschaft sind die beiden nicht so leichtfertig. Ein striktes Tagesbudget, eine wohlüberlegte Packliste und eine Paartherapie noch vor der ersten Krise sollen auf die kommenden 365 Tage vorbereiten. Schließlich will man nicht nur gemeinsam in Graz starten, sondern auch als beste Freunde in Tokyo ankommen.

Startschuss fürs Abenteuer
Am 10. März 2019 fiel der Startschuss für ein Abenteuer, das sich die beiden Freunde aus Graz seit geraumer Zeit in den Kopf gesetzt und in den schönsten Farben ausgemalt haben. Wie sich die beiden gefunden haben ist schnell beantwortet: sie sind schon seit Kindertagen beste Freunde. Wie es zu dieser Idee gekommen ist, ist dagegen eine längere Geschichte. Neben ihrer langjährigen Freundschaft verbindet die beiden Jungs die Abenteuer- und Reiselust. Und die fehlende Leidenschaft für den Radsport. Ob sich daran (an der Freundschaft, der Faszination für fremde Länder und der Liebe zum Rad) nach 14.000 Kilometer im Sattel etwas ändert, wird sich zeigen.

Das Bike Citizens Magazin Urban Independence begleitet die beiden Jungs auf ihrer Reiseroute und bringt nicht nur brandaktuelle Location-Checks aus zwölf Nationen, sondern auch ehrliche Stories und ungeschönte Wahrheiten aus dem Zwei-Mann-Zelt. Dort, wo eiserne Stärke und stählerne Freundschaft schon mal spröde und brüchig werden.

Was hat man sich noch zu erzählen, wenn schon alles gesagt ist?  Woran denkt man, wenn man weder an gestern, noch an morgen denkt?  Was zählt, wenn man die Radkilometer nicht mehr zählt? Wir sind dabei auf der Reise nach Tokyo. Ohne Fahrrad, aber dennoch hautnah!

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Auf der Suche nach grenzenloser Freiheit
Die letzten Vorbereitungen sind getroffen, die Reisepässe mit den Visa beantragt, Arzt- und Impftermine erledigt. Die Route ist im groben geplant, das Tagesziel mit 50 Kilometer fixiert. Fabio hat sein Studium der Rechtswissenschaften in Graz für seinen großen Traum pausiert, Elias konnte seine Ausbildung zum medizinischen Masseur bis Herbst 2020 auf Eis legen. Den gewohnten Alltag lassen die beiden Weltenbummler für ein gutes Jahr hinter sich, um die Reise ins Ungewisse anzutreten. Das Gefühl nicht zu wissen, welche Herausforderung der nächste Tag bringt fasziniert und reizt Fabio und Elias gleichermaßen.

Los geht die Suche nach grenzenloser Freiheit. Sich treiben lassen von der Vorfreude auf unendliche Wüsten- und Steppenlandschaften und atemberaubende Gebirgspässe. Fernab vom Alltagstrott, von Verpflichtungen und Termindruck. Obwohl – ganz ohne Termindruck geht es dann doch nicht. Am 27. April müssen Fabio und Elias an der russischen Grenze stehen, wenn die Reise nach Tokyo weitergehen soll. Bei einem abgelaufenen Visum drücken die Russen mit Sicherheit kein Auge zu.

Die Grenzen der Freiheit
So eine Reise – und mag sie noch so reduziert auf das Wesentliche sein – kostet Geld. Mit ihren eigenen Ersparnissen und der finanziellen Unterstützung aus dem Umfeld haben Fabio und Elias ein Tagesbudget von 10 Euro zur Verfügung. Gemeinsam versteht sich. Ein gemütliches Bett oder eine warme Dusche werden die beiden also höchstens mal über „warm shower“ oder „couch surfing“ Hosts ergattern. Genächtigt wird im Zelt, wie es sich für ein echtes Abenteuer gehört.

Auch das Gepäck fällt spärlich aus – schließlich kommt es auf einer Strecke von 14.000 Kilometern auf jedes Gramm an. In die Packtaschen schafft es folglich nur das Nötigste. Unter dem Zelt und Survival-Package findet sich auch die Foto- und Filmausrüstung der Burschen. Zum Glück hat ein befreundeter Fotograf Fabio und Elias noch kurz vor der Abfahrt auf die Basics eingeschult. Die Dokumentation der Reise in bewegten Bildern ist den beiden ein besonderes Anliegen.

Neben der technischen Vorbereitung, stand auch die körperliche und mentale Vorbereitung am Plan. Nun ja – um die körperliche Verfassung zu checken, testeten Elias und Fabio die neuen Räder auf leicht kupiertem Terrain bei einer „Langstrecken-Ausfahrt“ über 50 Kilometer in die Südsteiermark und zurück. Eine Tagesetappe sozusagen. Auf mentaler Ebene waren die Sorgen scheinbar größer. Vor der Abreise ging es für Fabio und Elias zur „Paartherapie“ bei einer Psychologin. Wenn man ein Jahr lang Tag und Nacht gemeinsam verbringt, sind Streitigkeiten vorprogrammiert. Und es wäre schade, wenn die Freundschaft nach so einem Abenteuer nicht an Tiefe, sondern an Rissen gewinnt.

Gewitter, Gastfreundschaft und Not-OP: Check!
Nach der privaten Abschiedsparty wurden Fabio und Elias am 10. März von Familie, Freundeskreis und vielen begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern am Grazer Schloßberg in ihr großes Abenteuer verabschiedet. Über die ungarische Grenze radelten die beiden an den Plattensee. Immer wieder wurden die bepackten Zweirad-Abenteurer auf Kaffee, Essen und einmal sogar auf einen Schlafplatz eingeladen.

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Gewitter, schlechte Straßenbedingungen, einige Leerkilometer und ein platter Reifen konnten Fabio und Elias nicht die Stimmung vermiesen – ein medizinischer Notfall in Ungarn brachte die gute Reiselaune aber kurzfristig außer Balance. Nachdem eine Abszess-OP die beiden zu einer ungeplanten Pause zwang, mussten die Jungs länger in Ungarn ausharren. Entgegen des ärztlichen Rates, entschieden Fabio und Elias weiter Richtung Rumänien zu radeln, solange es die körperliche Verfassung zulässt. Kilometer für Kilometer kämpften sich die beiden vorwärts und erreichten gute zwei Wochen nach dem Start in Graz zufrieden die rumänische Grenze.

Die ersten Erkenntnisse nach rund 800 Radkilometern
1. Das lange Sitzen am Sattel beansprucht den Hintern mehr als erwartet
2. Die Sorge über das wilde Campen wird immer kleiner
3. Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude
4. Die Verständigung in ungarischen Krankenhäusern funktioniert wunderbar über Google Übersetzer
5. Palinka (ungarischen Zwetschkenschnaps) sollte man dosiert und mit Vorsicht genießen
6. Die Gastfreundschaft im Osten ist wirklich beeindruckend
7. Ostungarn bietet wunderschöne Spots und endlose Weiten

Vor den Jungs liegen noch einige Kilometer durch Rumänien, Moldawien und die Ukraine bis es endlich an die russische Grenze geht. Bis zum 27. April ist zwar noch ein bisschen Zeit, aber die vergangenen zwei Wochen haben Elias und Fabio gezeigt, dass nicht immer alles nach Plan läuft. Noch ist das Duo zuversichtlich und hat ihr erstes großes Zwischenziel klar im Visier.

Um einiges an Erfahrung reicher und um einiges an Hirschtalg erleichtert geht es voller Begeisterung an die bevorstehenden Tagesetappen. Immer mit im Gepäck: der Traum von grenzenloser Freiheit…

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