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Graz-Tokio #3: Biketravel Diary – Auf russischem Boden an die Grenzen gehen

Biketravel durch die Ukraine nach Russland. Es ist ein relativ kleiner Abschnitt der Reiseroute von Elias und Fabio, doch es könnte die kritischste Etappe des Projekts sein, zumindest was die Zeit und die emotionale Anspannung betrifft. Bislang klappt alles reibungslos, ihre österreichischen Pässe öffnen ihnen Türen und Herzen in Rumänien, Moldawien und der Ukraine. Doch an der russischen Grenze macht den beiden jungen Männern aus Graz nicht nur das berüchtigte schlechte Wetter zu schaffen, sondern auch eine gehörige Portion Nervosität.

Mit Herz, Verstand… und Google Translate
Das kyrillische Alphabet verstehen? Wenn überhaupt! Doch Elias und Fabio begreifen bald, dass auf dieser Reise eine ganz andere Sprache ihre Kommunikation beherrschen wird: Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Und Wodka. In der Ukraine trinkt man ihn, als wäre er Wasser.

Niemals hätten die beiden Jungen gedacht, dass sie von Fremden so viel Fürsorge und Hilfsbereitschaft erfahren würden. Manchmal ist es eine echte Anstrengung, ihre Gastfamilien pünktlich zu verlassen und weiterzuradeln. Oft werden die beiden Fremden in die Häuser der Einheimischen eingeladen, wo sie duschen, essen, trinken, schlafen, klatschen und lachen. Und ebenso oft verabschieden sie sich als Freunde, wenn sie aufbrechen, um ihre Reise fortzusetzen.

Planung ist das A und O, aber auch Improvisation
Fabio und Elias haben sich so viele Gedanken darüber gemacht, ob sie die russische Grenze rechtzeitig erreichen, dass es ihnen nie in den Sinn gekommen ist, dass sie auch früher ankommen könnten. Und schon gar nicht eine ganze Woche zu früh. Die zusätzliche Zeit verbringen sie mit ihrem persönlichen Guide, einem Freund einer der Gastfamilien, bei denen sie hunderte von Kilometern zuvor für ein paar Tage untergekommen sind. Außerdem haben sich die beiden ein paar Nächte in einer Herberge verdient, komplett mit heißen Duschen. Duschen ist ein Luxus. Sich sauber und frisch zu fühlen, ist für die Jungs nicht mehr selbstverständlich. Der Geruch von Sauberkeit macht ihnen plötzlich den minimalistischen Lebensstil bewusst, den sie in den letzten Tagen und Wochen geführt haben.

Wenn die Matratze anfängt, sich zu weich anzufühlen
Ein trockener Raum, ein warmes Bett und eine weiche Matratze. Was könnte auf diesem anstrengenden Abenteuer besser sein? Um die Wahrheit zu sagen, selbst eine weiche Matratze fängt irgendwann an, sich unangenehm anzufühlen, wenn das große Abenteuer da draußen auf einen wartet. Fabio und Elias wissen die bequemen Nächte wirklich zu schätzen, aber nachdem sie jeden Tag das Gefühl der Freiheit inmitten der wilden, ungezähmten Natur eingeatmet haben, reicht der Sauerstoff in Wohnungen, Herbergen und Hotelzimmern einfach nicht mehr aus. Zwei Fahrräder, ein Zelt und die Gesellschaft des anderen – das ist alles, was sie brauchen, um den Tag mit frischer Motivation zu beginnen und weiterzumachen.

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Punktlandung: Добро пожаловать в россию
Nach fünf Tagen Ruhe in der Ukraine ist es endlich an der Zeit, die russische Grenze zu passieren. Pünktlich zur Mittagszeit des 27. April kommen die beiden an der Grenze an. Womit sie allerdings nicht gerechnet haben, ist, dass sie gut drei Stunden brauchen werden, um mit ihren Rädern die unzähligen Kontrollpunkte zu passieren.

Dank überraschend guter Straßenverhältnisse auf russischer Seite geht es auf den ersten Kilometern gut voran. Ihr erster Eindruck von Russland: Entfernungen scheinen in diesem riesigen Land weiter zu sein. Ein 500 Kilometer entfernter Punkt scheint hier nur einen Katzensprung entfernt zu sein.

Fabio und Elias steigern sich daraufhin und erreichen einen neuen körperlichen Höhepunkt. Ihr Tagesdurchschnitt springt plötzlich von 75 auf 102 Kilometer. Es ist ein gutes Gefühl, die 100-Kilometer-Marke zu knacken. Die Beine und der Hintern passen sich dem neuen Tempo an, ohne zu murren.

Neben den neuen Eindrücken in einem fremden Land finden sie zwei vertraute Konstanten: Gastfreundschaft und Wodka! Fabio und Elias machen schnell neue Bekanntschaften, finden einen bequemen Schlafplatz, lassen sich durch die Stadt chauffieren, schippern mit einem Motorboot die Wolga hinauf und genießen das Leben in vollen Zügen.

Verrückt. Einfach verrückt. Aber jetzt ist es wieder Zeit für das einfache Leben und den minimalistischen Lebensstil, den sie zu schätzen gelernt haben. Zwei Fahrräder. Ein Zelt. Und die Gesellschaft der Person, die (immer noch!) ihr bester Freund ist.

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